Neue Ausstellung zum Thema Hopfen

Ausstellung HOPFEN im Kunstmuseum Hersbruck Vom 18.6. bis 26.09.2026 (Achtung Sommerpause!)

 

Der Anbau von Hopfen prägte lange Zeit die Kulturlandschaft rund um Nürnberg. Ein wichtiges

Anbaugebiet war die Gegend um Lauf a.d. Pegnitz und rings um Hersbruck. Hier wurde auch eine eigene

Hopfensorte entwickelt, die als „Hersbrucker Gebirge“ oder „Hersbrucker Spät“ bezeichnet wird.

Dieser Aromahopfen wurde seit der zweiten Hälfte des 19. Jhd. weltweit über den Hopfenmarkt in Nürnberg

gehandelt. So gehörte der Hopfenanbau fast zu jedem landwirtschaftlichen Betrieb der Gegend.

Entsprechend waren um Lauf, Oedenberg, Schnaittach, und Speikern und um Hersbruck in Kühnhofen,

Großviehberg, am Michelsberg und entlang der Pegnitz, auch direkt neben der Ostbahn große Hopfenfelder.

Die Hopfenstangen bildeten eine markante Besonderheit im Landschaftsbild. Nachdem sich im 19. Jhd.

die Landschaftsmalerei als eigenständiges Genre herausgebildet hatte, fand sich auch die

Kulturlandschaft Hopfen auf den Bildern der regionalen Künstler. Landschaftsbilder sind Bestandteil

unserer Erinnerungskultur. Die Darstellung in der Kunst führte erst zu dem Begriff „Landschaft" und

„Landschaftsbild“.

In der Sammlung des KMH gibt es einige regionale Künstler, die Ende des 19. und der 1.Hälfte des 20. Jhd.

die Besonderheit der Hopfenfelder und die Hopfenernte in ihren Bildern festgehalten haben.

So sind auf Skizzen von Julie Seifert immer wieder Hopfenstangen an Bäumen oder Bauernhäusern zu

sehen. Ernst Pflaumer, ein Schüler von Rudolf Schiestl (1878 bis 1931), hielt die Hopfenfelder und die typischen „Stangenhexen“ auf seinen Bildern fest. Auch bei Konrad Volkert gehören Hopfenfelder und Stangen sowie die Hopfenernte zu den zeittypischen Motiven.

 

Bei der Ausstellung „Hopfen“, das Grüne Gold der Kulturlandschaft Frankens, werden im Untergeschoss

des kleinen Museums im ehemaligen Torwärterhäuschen am Spitaltor der Stadtmauer Hersbrucks die Werke

dieser Künstler aus der eigenen Sammlung gezeigt, ergänzt durch Leihgaben aus dem Deutschen

Hirtenmuseum Hersbruck und dem Stadtarchiv Lauf. Das Laufer Archiv verfügt auch über eine

Skizzenbuchnotiz von Carl Spitzweg, der einst die Gegend um die Ostbahn ins Herz geschlossen hatte

und diese mit spitzen Bemerkungen bedachte. Die Leiterin des Stadtarchivs Lauf, Dr. Ina Schönwald, trägt

ein kurzes Essay dazu bei und wir zeigen seine original Tagesbuchseite in Kopie.

 

Im Untergeschoss wird ein großes Hopfenpflückerbild aus der Sammlung der Deutschen Hirtenmuseums

das Zentrum bilden. In der Vitrine werden historische Drucke und Postkarten zum Hopfenhandel in Franken und

Nürnberg gezeigt und an den Wänden die Werke der oben genannten, regionalen Künstler des 20.Jhd. gezeigt.

Im Obergeschoss werden neue Werke zum Hopfen in Franken aus den letzten 25 Jahren bis heute zu

sehen sein. Hierzu gibt es Leihgaben der Künstler Gerd WeilandKlaus Wagner und Hans Hesselbach.

Walter Plank und Ingrid M.Pflaum sind mit Arbeiten vertreten und Uli Olpp präsentiert aktuelle Grafiken

und Modelle. Die Verwendung des Hopfenstangen-Motives in der modernen Architektur wird an

Hand von Fotos präsentiert.

 

Die Ausstellung wird von einem kleinen Programm zum Thema begleitet:

Der Film „Hopfenernte“ (20min. vom Speikerner Hopfenmuseum) wird an einem Abend Auftakt zu einer

Gesprächsrunde über den Hopfenanbau bilden. Am Samstag den 1. August soll während des Altstadtfestes eine Bierverkostung im Kunstmuseum mit Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, angeboten werden.

 

Nach der Sommerpause vom 2. August bis 10. September ist die Ausstellung einer der Programmpunkte der Hopfenwochen im Nürnberger Land und bietet hier die Gelegenheit, die künstlerische Sicht auf die Kulturlandschaft des Hopfens kennenzulernen.

 

Die Termine des Begleitprogramms zur Ausstellung bis zur Sommerpause und während der Hopfenwochen

Nürnberger Land geben wir über unsere Webseite oder Tagespresse bekannt.

15.5.2026 Uli Olpp

NEUER VORSTAND GEWÄHLT

Foto Christian Oberlander

Bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus Michelsberg verabschiedeten sich zwei langjährige Vorstandsmitglieder. Ingrid Pflaum wirkte seit 2009 als zweiter Vorstand und legte nun ihr Amt nieder. Karin Plank-Hauter bekleidete seit sechs Jahren das Amt der Schriftführerin und stieg an dieser Stelle aus.

Uli Olpp (2.v.l.) wurde als erster Vorstand des Fördervereins Kunstmuseum Hersbruck einstimmig wiedergewählt. Ihm zur Seite wird in Zukunft Sarah Spirova (ganz rechts) den Posten des zweiten Vorstands übernehmen. Angelika Eisenbrand (2.v.r.) führt weiterhin die Kassenbücher und zeichnet für die grafischen Erzeugnisse wie Einladungskarten und Plakate verantwortlich. Neu gewählt wurde als Schriftführer Thomas Palme (3.v.r.). Um die Last auf mehrere Schultern zu verteilen, übernimmt Sybille Hattwich (3.v.l.) die Pressearbeit und Ute Scharrer (ganz links) kümmert sich um die Webseite und die sozialen Netzwerke. Für das Etikettieren von Umschlägen und Verteilen von Plakaten meldeten sich Barbara Henning, Nora Matocza und Sybille Hattwich.

Wir bedanken uns bei den scheidenden Vorsitzenden für das weit überdurchschnittliche Engagement und wünschen dem neuen Vorstand Freude und Elan an den vielfältigen Aufgaben!

Das Kunstmuseum Hersbruck startet das Ausstellungsjahr mit einer umfassenden Schau zum künstlerischen Siebdruck – einem Verfahren, das oft unterschätzt wird, dabei jedoch außergewöhnliche Möglichkeiten bietet.

Im Mittelpunkt steht der Nürnberger Drucker Rainer Michely, der seit über 35 Jahren im Atelier- und Galeriehaus Defet arbeitet und mit mehr als 100 Künstlerinnen und Künstlern zusammengearbeitet hat. Als einer der letzten Vertreter seines Fachs in Bayern übersetzt er künstlerische Ideen in sorgfältig gefertigte Drucke – meist in kleinen Auflagen und in aufwendiger Handarbeit.

Das Siebdruckverfahren selbst wirkt auf den ersten Blick schlicht: Farben werden durch fein gearbeitete Siebe auf das Papier übertragen. Doch gerade diese scheinbare Einfachheit erfordert große Präzision und ermöglicht zugleich überraschend individuelle Ergebnisse. Technische Hilfsmittel spielen dabei nur eine Nebenrolle – zum Einsatz kommt etwa  ein umfunktionierter Staubsauger, der das Papier vom Sieb abhebt, so dass es nicht kleben bleibt.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Arbeiten von Harri Schemm und Udo Kaller, die zu den frühen Weggefährten Michelys zählen. Während Schemms Werke durch ihre Farbigkeit und ihren spielerischen Charakter auffallen, greifen Kallers Arbeiten Motive und Bildwelten der japanischen Holzschnittkunst auf, etwa von Hokusai oder Hiroshige.

Auch Michely selbst ist mit Ansichten aus Nürnberg und Venedig vertreten. Einen Bezug zur Region stellen Werke von Christoph Gerling und Woldemar Fuhrmann her.

Im Treppenhaus des Museums wird der Entstehungsprozess exemplarisch sichtbar: Anhand einzelner Druckstufen lässt sich nachvollziehen, wie viel Zeit und Sorgfalt in einem Werk stecken. Für einen Druck mit mehreren Farbschichten kann die Herstellung durchaus eine Woche dauern.

Neben der künstlerischen Nutzung findet das Siebdruckverfahren auch in technischen Bereichen Anwendung – etwa in der Industrie. Seine besondere Stärke liegt in der hohen Farbdichte und Haltbarkeit, Eigenschaften, die auch Künstler der Pop Art und Op Art schätzten, darunter Andy Warhol und Victor Vasarely.

Die Ausstellung lädt dazu ein, den Siebdruck neu zu entdecken – als eigenständige und vielseitige künstlerische Ausdrucksform.

Zur Eröffnung durfte das Team Bürgermeister Robert Ilg und Landrat Armin Kroder begrüßen.

Text umformuliert angelehnt an den Artikel von Sybille Hattwich


Info:
Die Ausstellung ist bis 16. Mai zu sehen.
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag, 16–18 Uhr
Ort: Kunstmuseum Hersbruck, Amberger Straße 2
Eintritt frei


 

Vernissage

People-Fotos: Sybille Hattwich

Einblick in Rainer Michelys Werkstatt

Zur Verfügung gestellt von unserem Mitglied Herbert Schlittenbauer

UNSER JAHRESPROGRAMM

Die Festschrift zum 25. Jubiläum ist da und kann hier durchgeblättert werden!

Was für ein Fest!

Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum hat die Museumszeitung der Nürnberger Nachrichten dem Kunstmuseum einen ausführlichen und reichbebilderten Artikel gewidmet. Danke an Sarah Spirova, die sich dafür eingesetzt hat und das Team, das den Artikel mit erarbeitet hat.

 

Möchten Sie über das Programm des Kunstmuseums informiert werden?

Dann schreiben Sie eine kurze Mail an [email protected] und wir nehmen Sie in unseren Verteiler auf! Wir schreiben nicht sehr häufig, aber ab und an ergibt sich ein Termin etwas kürzerfristig, wir konnten endlich einen Atelierbesuch vereinbaren oder wir suchen händeringend Aufsichten für unserer Ausstellung - eine schöne Gelegenheit, sich für zwei Stunden mit der Ausstellung auseinander zu setzen, sich Gäste einzuladen oder Zufallsbegegnungen mit BesucherInnen zu haben.

Eine wunderschöne Vernissage mit alten Freunden und neuen Bewunderern war das! 

Lesen Sie die Laudatio von Ute Plank hier unter dem Reiter "Ausstellungen"!

MUSEUMSTAG - WIR WAREN DABEI!

Das Kunstmuseum Hersbruck feierte kürzlich ein bedeutendes Jubiläum und lud dazu am Internationalen Tag der Museen zu einer Matinee ein. Seit einem Vierteljahrhundert bereichert der kleine Ausstellungsort am Spitaltor die Kulturlandschaft der Region. Gegründet von der Kunst-Doyenne Anna M. Scholz, deren Engagement und Vision das Museum maßgeblich prägten, hat es sich unter der Leitung von Uli Olpp zu einem lebendigen Kulturzentrum entwickelt. In den letzten Jahren hat das Museum über hundert Ausstellungen organisiert, darunter auch Open-Air-Kunstprojekte, die die Grenzen des Museums überschritten und Kunst direkt in den öffentlichen Raum brachten.

 

Die festliche Matinee zog zahlreiche Gäste aus Hersbruck und Umgebung an. Ein Gläschen Sekt stimmte auf das Jubiläum ein, und Kuratorin Sarah Spirova, Museumsleiter Uli Olpp sowie Mitglieder des Vorstandes standen bereit, um die aktuelle Ausstellung weiblicher Kunst aus Geschichte und Gegenwart zu erläutern. Besonders gelobt wurde das Konzept, jeweils eine historische Künstlerin mit einer gegenwärtig noch arbeitenden Kunstschaffenden in fünf Themenbereichen zusammenzuführen. Die feinen Zeichnungen umliegender Ortschaften von Julie Seifert (1852 bis 1917) sorgten für besondere Begeisterung. Zwei Seifert'sche Nachfahrinnen waren eigens angereist, um ihre Skizzenbücher zu betrachten.

 

Ein besonderes Highlight war die Performance der ebenfalls in der Werkschau vertretenen Künstlerin Iris de Boor, die im Stadtgraben eine eindrucksvolle Darbietung präsentierte. Während man im Museum das Video einer vergangenen Performance ansehen kann, bot sich an diesem Vormittag die Gelegenheit, diese flüchtige Kunstform einmal live zu erleben. Iris de Boors Einsatz des ganzen Körpers, vor allem aber die enorm ausdrucksstarken Hände, machte ihre Performance sehr eindringlich. Thematisch beschäftigte sie sich, so wie bereits das Video in der Ausstellung, mit den Themen Verluste und deren Überwindung. De Boor präsentierte eine Reihe von Bewegungen, die das Gefühl des Zurückgezogen-Seins in sich selbst, zitternde Versuche, dem inneren Gefängnis zu entkommen, und schließlich das Ausbrechen aus dieser Enge symbolisierten.

Mit fröhlicher Musik, einem unerwarteten Wasserschwall, raumgreifenden Gesten und befreitem Tanz schuf sie eine kraftvolle Atmosphäre, die die Zuschauer tief berührte. Die Performance endete mit Gesten der Dankbarkeit, die den Moment der Befreiung unterstrichen.

 

Die Performance wurde von der Kuratorin Sarah Spirova eingeführt, die die Bedeutung dieser Kunstform erläuterte. Sie betonte die Flüchtigkeit der Performancekunst, die nur im Moment existiert und keine dauerhaften Dokumente hinterlässt. Daher bat sie die Anwesenden um Schweigen und um den Verzicht auf Fotos oder Videos, um die Intimität und Spontaneität der Darbietung zu bewahren.

 

Die Jubiläumsmatinee war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch eine Gelegenheit, die vielfältigen Facetten des Museums zu würdigen. Dies wurde durch den neu gestalteten, getexteten und aufgelegten Flyer unterstrichen, der an diesem Tag erstmals zu haben war.

 

Im Sommer wird das neue Format „Kunst hoch zwei“ Premiere haben. Gerlinde Wendland aus Unterhaidelbach und Gerhard Wokurka aus Hohenstadt werden das Museum gemeinsam bespielen. Die Eröffnung findet am 31. Juli um 19 Uhr statt. Bereits vom 4. bis 7. Juli wird der Pigmentkünstler Dr. Hans-Ulrich Plener aus Tuttlingen im Museum zu Gast sein. Die „Original Hersbrucker Bücherwerkstätte“ wird im nahegelegenen Wehrgang zum Thema „Pegnitz“ ausstellen. Die frühlingshafte Matinee war also nur die Einstimmung auf einen veritablen Kunst-Sommer. Die aktuelle Ausstellung „Spuren suchen“ ist bis Ende Juni weiterhin Freitag und Samstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

lesen Sie hier die Laudatio von Kuratorin Sarah Spirova

JAHRESPROGRAMM 2025

KUNST IM FLUSS WAR ZURÜCK

WERTVOLLER DOPPELKATALOG 2019/2020 FÜR 20 EURO ERHÄLTLICH

Kunstobjekte in-an-über der Pegnitz, das ist in Hersbruck bereits ein Erfolgsformat. Coronabedingt musste die dritte Runde der Freiluftkunstausstellung pausieren- nun konnte sie nach 2018 und 2019 wieder stattfinden. 24 deutsche und italienische Kunstschaffende haben sich die malerisch durch Hersbruck mäandernde Pegnitz als Inspirationsquelle genommen. Es gab auf dem Wasser schwebende Luftkissen mit einem Shakespeare-Zitat, mit anmutigem Ernst die Brücke zum Wassertor bewachende, mit Kettensäge ausgesägte Holzfiguren, skurrile Wasserfuhrwerke, eine klingende und scheppernde Maschinerie im Mini-Wasserfall, Spiel mit den Spiegelungen und vieles mehr. Als besonderes Schmankerl gibt es zum dritten Geburtstag der von Christoph Gerling initiierten und kuratierten und vom Team des Kunstmuseums Hersbruck ehrenamtlich realisierten Schau einen reich bebilderten Doppelkatalog 2019/2021 mit Informationen zu den Künstlern und Künstlerinnen und ihren Werken. Die Eröffnung mit dem Erstverkauf des Katalogs war am 13. August.

Der wertige und sehr ästhetische Doppelkatalog ist für 20 Euro erhältlich. Sprechen Sie uns an!

 


  REGIONALE KUNST     AUSSTELLUNGEN     ARCHIVARBEIT

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AKTUELLER FLYER DES KUNSTMUSEUMS