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Licht leuchtet durch Glas und im Aquarell

Transluzenz, durchscheinende Farben, Transparenz und Strahlkraft- das sind Eigenschaften, die Glasmalerei und Aquarell gemeinsam haben. Von beiden Gattungen sind Arbeiten von Ortrud Thieg Karkosch im Kunstmuseum Hersbruck zu sehen- die Farbverglasungen nur als Fotografien. Um diese im Spiel des Lichtes erleben zu können, plant der Förderverein Kunstmuseum Hersbruck Ende Oktober eine Kunstfahrt zu den Originalen, die in ganz Franken verteilt sind.

Der Begriff “Monumentale Kunst“ hat in Deutschland einen schalen Beigeschmack. Doch wenn er sich in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg auf die raumbestimmenden Glasfenster bezieht, mit denen Ortrud Thieg Karkosch viele der bewusst schlicht gehaltenen Sakral-Neubauten zum mystischen Erglühen bringt, bekommt er eine ganz neue Bedeutung.
Thieg Karkosch, 1934 geboren und Absolventin und Meisterschülerin an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg in der Klasse für „Monumentale Malerei“ unter Professor Otto Michael Schmitt, tat sich auch dadurch hervor, dass sie die Fenster vom ersten Entwurf bis über die Auswahl der Farbgläser, den Zuschnitt und die Verbleiung eigenhändig herstellte- eine gigantische und außergewöhnliche Leistung, die man der zierlichen Frau gar nicht zutraut.

Bei der Eröffnung der Ausstellung im Kunstmuseum stellte Dr. Daniel Hess, Experte für mittelalterliche Glaskunst, die Verdienste der Arbeiten von Ortrud Thieg Karkosch heraus. Nicht umsonst, so Hess, pilgern Kunstliebhaber zu den Glasfenstern der gotischen Kathedralen und bewundern, wie die Fenster das Licht der Außenwelt farbig brechen und den Kirchenraum zum Strahlen bringen. In Nürnberg existieren unter anderem Entwürfe für Glasmalerei von Albrecht Dürer, die Glasmalerdynastie Hirsvogel wirkte in diesem Bereich über mehrere Generationen. Im 20. Jahrhundert wurde der Aufschwung der lange vernachlässigten Kunstgattung durch Entwürfe von Georges Braque, Marc Chagall, Eugène Delacroix, Fernand Léger, Henri Matisse und Joan Miró gestärkt, ein großes Kapitel moderner Glasmalerei schrieben nach dem 2. Weltkrieg deutsche Künstler wie Ludwig Meistermann, Ludwig Schaffrath oder Johannes Schreiter, heute machen zeitgenössische Künstler wie Markus Lüpertz, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Neo Rauch in diesem Metier von sich reden.
Die Glasfenster von Thieg Karkosch, wie etwa in der Pfarrkirche von Leinburg oder in der Aussegnungshalle von Reichenschwand, die Landauer Kapelle in Nürnberg oder an vielen anderen Orten in Franken, reihen sich in diese Geschichte der Glasmalerei ein. Der subtile Dialog zwischen Abstraktion und Figur, dem Ausbalancieren von „lichter Fläche“- dem Verwenden von nicht farbigem Glas- und farbigen Flächen, kraftvolle Kontraste, die lichtgeflutete Farbenpracht ganzer Glaswände zeichnet die Arbeit von Ortrud Thieg Karkosch aus.

Die Kühnheit der Komposition, das Leuchten der Farben, den kraftvollen“ großen Wurf“ haben die Aquarelle der Künstlerin mit Impressionen von unzähligen Reisen gemein. Sie kann man im Obergeschoß des Museums bewundern.>br> Da Glasfenster auf Abbildungen stets nur unzureichend gewürdigt werden können, wird der Förderverein Kunstmuseum Hersbruck am 23. Oktober eine Kunstfahrt zu einigen Zielen organisieren, wo man die Glasfenster von Ortrud Thieg Karkosch „live“ im Wechselspiel des Lichts bewundern kann. Interessenten können sich per Mail unter bildhauer@uliolpp.de melden, damit entsprechend ein Bus geordert werden kann. Die Ausstellung in der Amberger Str. 2 in Hersbruck ist bis 13. November Mi, Do, Fr, Sa 15 bis 18 Uhr und So 14 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Die rede von Museumsleiter Uli Olpp kann als pdf heruntergeladen werden.


 















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