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Vom Scherenschnitt zum Cutout

Vom Scherenschnitt zum Cut-Out

Scherenschnitte aus der Gegenwart und nahen Vergangenheit im Kunstmuseum Hersbruck

Der Technik des Scherenschnitts hängt heute etwas Altbackenes an, ein Hauch von Basteleien und Biedermeier, präsentiert in ovalen Rähmchen. Das Kunstmuseum Hersbruck zeigt mit den Arbeiten von vier zeitgenössischen und zwei verstorbenen Künstlerinnen und Künstlern auf, wie der Scherenschnitt sich ins 21. Jahrhundert entwickelt.

Kunstliebhaber aus der Hersbrucker Region wissen es natürlich besser, als den Scherenschnitt zu unterschätzen. Schließlich haben sie mit Olga Haunhorst (1894 – 1983) eine bekannte Vertreterin der Papierschneidekunst im Landkreis. Wie der Nürnberger Maler und Grafiker Fritz Griebel (1899-1976), der mutige Schritte zur Erneuerung der Technik unternahm, hatte sie bereits einen Auftritt im Kunstmuseum Hersbruck.
Nun aber zeigen zusätzlich vier Gegenwartskünstler, was die Technik nach der Jahrtausendwende alles zu bieten hat.
Bettina Spechts ornamentale „Cut-Outs“, wie künstlerische Papierschneidearbeiten heute genannt werden, lösen sich aus dem Rahmen. Die handgefärbten Papiere der Künstlerin aus der Forchheimer Gegend wölben sich in den Raum und bieten ein reizvolles Spiel von Licht und Schatten.
Daniela Huber aus Nürnberg trägt die Tradition des barocken Kulissenschnitts in die Gegenwart und erzeugt Räumlichkeit durch Über- und Unterlagerungen. Ihre Schnittobjekte haben einen biografischen Bezug und setzen sich mit Architektur-Utopien und dem urbanen Raum sachlich auseinander.
Der Nürnberger Reinhard Wöllmer ist Dozent beim Werkbund Nürnberg und treibt seine Papiermaché-Scheiben wie ein Schmied mit dem Hammer und der Nürnberger Innenarchitekt Hermann Vilter unterlegt filigran ausgeschnittene Porträts literarischer Größen mit Blaupausen und Landkarten und bringt so Farbe und reiche Bezüge in ein traditionell schwarz-weißes Metier.

Zur Eröffnung dieser vielseitigen Papierkunstausstellung am Donnerstag, 7. Juni um 20 Uhr lädt das Kunstmuseum am Spitaltor/ Nürnberger Straße 2 herzlich ein. Es spricht die 1. Vorsitzende des Deutschen Scherenschnittvereins, M.A. Antje Buchwald. Zur Untermalung laufen Kurzfilme der Königin des Scherenschnitts, Lotte Reiniger (1899-1981). Bis zum 19. Juli kann die Ausstellung von Mittwoch bis Samstag von 15 Uhr bis 18 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden. Nach der Sommerpause wird die Ausstellung am 20. September um 20 Uhr noch einmal mit Musik und Filmen eröffnet und läuft dann bis zum 4. November.

Bilder von oben nach unten:

Fritz Griebel (1899-1966), 1. Direktor der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg nach dem 2. Weltkrieg überwand das Biedermeierliche im Scherenschnitt und fand zu expressiver Formensprache.

Olga Haunhorst (1894-1983) aus Hartenstein ließ sich in ihren Scherenschnitten von der Kunst Schwarzafrikas inspirieren.

In Bettina Spechts Oeuvre tritt der Scherenschnitt aus seinem engen Rahmen heraus und entfaltet ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten.

Der Nürnberger Innenarchitekt Hermann Vilters schneidet die Porträts literarischer Größen wie hier Ludwig Wittgenstein und unterlegt sie mit Landkarten oder Grundrissen, hier dem selbst gezeichneten Plan Wittgensteins für dessen Domizil.

Der Nürnberger Werkbund-Dozent Reinhard Wöllmer traktiert seine Papiermaché-Arbeiten wie ein Schmied mit dem Hammer, bis sie sich seiner Formgebung unterwerfen.

Daniela Huber verlässt die Zweidimensionalität des Scherenschnitts zugunsten von Unter- und Überlagerungen, die Räumlichkeit erzeugen.


 













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