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Ein Zimmer, Küche, Kunst

Diese außergewöhnliche Ausstellung war sogar dem Bayerischen Rundfunk einen Beitrag wert:
Künstler aus vielen Nationen stellen in Hersbruck Arbeiten aus, die in Kirchensittenbachs Ortsteil Hohenstein entstanden sind. Diese nicht alltägliche Konstellation lockte Landrat und Bürgermeister an und verspricht allen Besuchern abwechslungsreichen und zugänglichen Kunstgenuss von hoher Qualität.

Ein Zimmer, Küche, Bad. Dazu Lebensmittelgrundversorgung, ein Taschengeld und vor allem viel, viel Zeit, um zu tun, was einem am meisten am Herzen liegt, ungestört und gerne auch bis weit in die Nacht. Was traumhaft klingt, hat in Künstlerkreisen einen Namen:
„Artist in Residence“ und wird weltweit in den unterschiedlichsten Ausprägungen angeboten.
Landrat Armin Kroder, Kirchensittenbachs Bürgermeister Klaus Albrecht und Hersbrucks 2. Bürgermeister Peter Uschalt war das Prinzip dieser Künstlerstipendien bis vor kurzem völlig unbekannt. Umso mehr freuen sie sich, dass ihnen mit der „Alten Schule“ Hohenstein eine solche „Residenz“ quasi in den Schoß gefallen ist, weil Unternehmerin Chris Rupp sich entschloss, ein solches „Traum-Schloss“ ausgerechnet im höchsten bewohnten Ort Mittelfrankens, Hohenstein, zu erbauen- oder besser: auszubauen. Denn es ist das ehemalige Schulhaus Hohensteins, dem zu diesem Zweck neues Leben eingehaucht worden ist:
ein Ort, der für Hohensteiner und umliegende Ortschaften mit vielen Erinnerungen verbunden sei, wie Bürgermeister Albrecht betonte- auch er hat dort in die Grundschule besucht.
Landrat Armin Kroder freute sich über die vielen Nationalitäten, die seit dem Start 2015 bereits auf dem Hohenstein zu Gast waren. Solch ein Miteinander an Kulturen, Religionen und Nationen spiegele im Kleinen die Anforderungen, die auch der Landkreis zu bewältigen hat- Kunst könne hier Akzente setzen und etwas bewegen. Peter Uschalt freute sich sehr, dass die Künstler ihre „Klausur“ auf dem Berg verlassen hätten, um ihre Werke im Kunstmuseum zu zeigen, einer der vielen „Perlen“, die Hersbruck schmückten. Die Initiatorin und Geldgeberin der „Alten Schule“,
Chris Rupp, erzählte mit ihrem Partner Roland Kluge humoristisch von den Freuden und den kleinen Haken, die das Leben mit Künstlern aus allen möglichen Ländern hat, die für ein bis drei Monate nach Franken kämen. Von den Tücken der Mülltrennung bis zu den Feinheiten des Schneeschippens:
beim wiederholten Erklären deutscher Gepflogenheiten eröffne sich ein geschärfter Blick auf die eignen Nation. In nächtelangen Gesprächen bekäme man dann hautnah die Anliegen anderer Völker mit.

Dass bereits das „Einatmen der Luft der Hersbrucker Schweiz“ etwas im Kunstschaffen der Gäste auslösen kann, vermutete Museumsleiter Uli Olpp. Und damit behält er recht: nachdem dem Italiener Claudio Beorchia erklärt wurde, dass Fachwerk in Franken nicht nur eine dekorative Funktion hat, konstruierte er seine witzigen „Fachwerk-Katzen“.
Wie eine kleine Heimat auf ihrer durchaus nicht konfliktarmen Lebensreise empfand und zeichnete die Türkin Eda Sutunc die „Alte Schule“.
Rafi Münz aus Israel interviewte die Bewohner Hohensteins und legt ein kleines Büchlein vor.
In den hochinteressanten Gästebucheinträgen der „Alten Schule“ lässt sich nachlesen, dass ein New Yorker Großstadtkind völlig überwältigt sein kann, dass das Prinzip „Dorf“ nicht nur eine Inszenierung oder eine Bezeichnung für einen ehemals dörflichen Ortsteil wie „Greenwich Village“ ist, sondern in Mittelfranken tatsächlich existiert und bewohnt wird. Die Chance, in dieser relativen Abgeschiedenheit hochkonzentriert ihre ureigenen Projekte zu verfolgen, nutzten einige der Gastkünstler.
Am stärksten destilliert präsentiert sich das in Ben Tolmans spinnwebfeinen Zeichnungen. Wie alle „Residenzler“ hat der US-Amerikaner ein Werk als Dank für seinen Aufenthalt zurückgelassen- aus diesen Arbeiten setzt sich die Ausstellung zusammen, die witzig, schön, anrührend und fesselnd ist.

Armin Kroder formulierte, dass Kunst nicht die Aufgabe habe, zu gefallen, sondern zu berühren. Das gelingt dieser Werkschau aufs Allerschönste.


Mehr Infos unter:
http://alte-schule.org/de/
 















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