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Mitgliederausstellung "entgrenzt" sprengt Grenzen im Kopf

Traditionell ist die Künstler-Mitgliederausstellung vor Weihnachten stets eine Verkaufsausstellung. Dieses Jahr müssen potentielle Käufer, aber auch die Besucher, eine gewisses Faible für engagierte Kunstwerke, Sinn für Humor und Entdeckerfreude mitbringen. Dann werden sie aber mit Werken belohnt, die sich zum Thema „entgrenzt“ Gedanken um Mauern in den Köpfen und zwischen Ländern gemacht haben. Denn die Künstler tragen ihr Scherflein zur aktuellen Position bei, wie politisch oder aktuell die „Schönen Künste“ sein dürfen oder sein sollen.

Sogar das Hersbrucker Wappenhirschlein ist auf der Einladungskarte den engen Mauern entkommen, die es sonst einzwängen. Museumsleiter Uli Olpp, der die Karte gestaltet hat, lässt es befreit springen.
Das gefällt auch Bürgermeister Robert Ilg, der sich einmal mehr herzlich bei den Künstlern bedankt, die das Kulturleben der Stadt mit ihrem Engagement und ihrer Kreativität bereichern. Die gehen tatsächlich mit Mutterwitz und originellen Ideen an das sperrige Thema „entgrenzt“ heran. Chris Rupp und Roland Kluge haben mit einer gemeinschaftlich geschaffenen Installation einen „Entgrenzungsapparat“ im Kunstmuseum aufgestellt: füttert man ihn oben mit einem Reisepass, so kommt dieser unten fein geschreddert wieder heraus. Walter Bauer thematisiert die Abgrenzung, die eine Vollverschleierung zwischen Menschen aufbaut. Nur erahnen kann man, was im Kopf seiner mit forschen Pinselstrichen hingelegten „Verschleierten Frau aus Istanbul“ vorgeht. Heidi Krines spielt in ihrem ovalen Bild „Borderline“ mit der Doppelbedeutung des Begriffs als Krankheitsbild und als Grenzverlauf. Geheimnisvoll und ein wenig schaurig sind Martin Scheders kleine Installationen, bei denen auf dem Bilduntergrund zierliche Tierknöchelchen bildgebend sind und teils ganze Universen darstellen. Werner Taufers „Luftzug nach Nirgendwo“, unglaublich fein und in Bonbonfarben gepinselt, verlässt gerade die Gleise, die sonst seine Route vorbestimmen und begrenzen. Reiner Zitta verwendet in seinem Werk Glas, das unsichtbare und doch trennende Material. Walter Heiter hebt die Grenzen zwischen Kirke und Odysseus auf. Anita M. Franz zeigt in einer Keramikskulptur einen weiblichen Torso, der sozusagen „die Stacheln aufstellt“- die unruhige Oberfläche entstand durch das Einbrennen von Nespresso-Kapseln in den Ton.

Museumsleiter Olpp freut sich wie Bürgermeister Ilg über die Vielfalt, mit der sich die Künstlermitglieder auszudrücken vermögen. In seiner Begrüßungsrede spricht er unter anderem die „entgrenzenden“ Qualitäten der Kunst an: „Schon immer war die kreative Handlung eine, die etwas vorher so noch nicht Vorhandenes, oder so nie Gedachtes oder Gehörtes erprobt hat“, selbst wenn, so Olpp, „es uns bis heute nicht leicht fällt, „Neues“, das von Gewohntem „Entgrenzte“, anzuerkennen.“ Im Anschluss an die Eröffnungsreden entspannen sich lebhafte Diskussionen vor den Kunstwerken, sofern das bei den gut gefüllten Räumlichkeiten überhaupt möglich war.

Gelegenheit für einen Besuch in Muße bietet sich Interessierten bei freiem Eintritt noch bis zum 22. Dezember. Geöffnet ist jeweils Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr.


 















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